Konto bei Bitpanda, Coinbase oder Kraken gesperrt: welche Unterlagen Sie einreichen
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Wenn eine Börse Ihr Konto einschränkt und nach der Mittelherkunft fragt, will sie zwei Dinge sehen: wie Sie das Geld oder die Kryptowerte erworben haben und wie sie auf das Konto gelangt sind. Bei Krypto-Einzahlungen heißt das meist: Transaktionsverläufe mit Wallet-Adressen und Transaktions-IDs, Auszüge anderer Börsen und ein Beleg für den ursprünglichen Kauf. Antworten Sie nur über den offiziellen Weg in Ihrem Konto.
Warum Börsen nach der Herkunft fragen
Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen sind in Deutschland nach § 2 Abs. 1 Nr. 2 GwG geldwäscherechtlich verpflichtet, wie die BaFin in ihren Auslegungshinweisen festhält [1]. Damit gelten für sie die Sorgfaltspflichten des GwG, etwa die laufende Überwachung der Geschäftsbeziehung und der Abgleich mit Informationen über die Herkunft der Vermögenswerte nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG [6].
Die Börsen erklären das in ihren Hilfecentern so:
- Bitpanda schreibt, man sei als regulierte Investmentplattform verpflichtet, solche Dokumente in regelmäßigen Abständen anzufordern. Die Schwellen, ab denen ein Nachweis nötig wird, nennt Bitpanda ausdrücklich nicht, und ein Nachweis lässt sich derzeit nicht vorab einreichen [2].
- Coinbase begründet Anfragen damit, dass ein reguliertes Finanzunternehmen Kundendaten aktuell halten muss [3].
- Kraken verweist auf die Regeln zur Geldwäschebekämpfung und schreibt, eine Anfrage bedeute nicht, dass Sie etwas falsch gemacht haben. Sie könne sich schon aus Ihrem Wohnsitzland oder Ihrer Lebenssituation ergeben [4].
Bitpanda: was der Helpdesk verlangt
Für Krypto-Einzahlungen verlangt Bitpanda Unterlagen über die Herkunft aller Kryptoguthaben, aus denen die Kontoinhaberschaft, der Transaktionsverlauf und alle relevanten Kauf-, Auszahlungs- oder Tauschbestätigungen hervorgehen [2]. Beispiele aus dem Helpdesk:
- Auf anderen Börsen gekauft: Kauf- und Auszahlungsbestätigungen mit Ihrer Konto-ID oder einer anderen eindeutigen Kennung und allen Transaktionsdetails.
- Swaps, Staking, Airdrops, Lending: Transaktionsverläufe mit Wallet-Adressen und Transaktions-IDs.
- Erneut eingezahltes Guthaben: der Verlauf auf der externen Börse oder Wallet, der die ursprüngliche Auszahlung von Bitpanda und die erneute Einzahlung zeigt.
Bitpanda betont, dass die Unterlagen nicht nur die letzte Einzahlung belegen sollen, sondern die Summe der bisherigen Transaktionen [2]. Existiert eine Börse nicht mehr, können Sie unter anderem den Namen der Börse, Wallet-Adressen und Transaktions-IDs, gekaufte und verkaufte Beträge sowie erhaltene Bestätigungs-E-Mails einreichen; Bitpanda prüft dann, ob das als Nachweis genügt [2]. Kann der Nachweis nicht erbracht werden, ist laut Helpdesk nach einer endgültigen Prüfung eine Auszahlung der restlichen Bestände möglich; anschließend wird das Konto deaktiviert [2].
Coinbase: was das Hilfecenter verlangt
Coinbase nimmt Dokumente nur über das eigene Upload-Portal an: im Support-Chat über das Büroklammer-Symbol oder über den Link in der E-Mail [3]. Für Kryptowerte nennt das Hilfecenter unter anderem [3]:
- Einzahlung von einer anderen Börse: einen Auszug der Börse oder einen Screenshot der Transaktionen mit Ihrem Namen und der Wallet-Adresse.
- Einzahlung aus einer eigenen Wallet: einen Transaktionsauszug der Wallet oder eine Datei, etwa eine CSV, mit Datum, Art, Währung, Betrag und Wallet-Adresse jeder Transaktion. Der Auszug braucht eine Kennung wie Ihren Namen oder Ihre E-Mail-Adresse.
- Vermögen aus Kryptowerten in eigener Wallet: den Transaktionsverlauf plus ein Dokument zur ursprünglichen Herkunft der Mittel, mit denen Sie die Kryptowerte gekauft haben. Auch Berichte aus Krypto-Steuersoftware wie Koinly oder Blockpit werden genannt, sofern sie Ihren Namen und die Wallet-Adresse zeigen.
Kraken: was der Support verlangt
Kraken-Anfragen sehen und beantworten Sie nur im Webbrowser, nicht in der App. Rufen Sie kraken.com direkt auf, melden Sie sich an und klicken Sie auf das Banner oben auf der Seite [5]. Jede Anfrage hat ein Fälligkeitsdatum. Läuft sie unbeantwortet ab, können Handel und Einzahlungen eingeschränkt werden; Auszahlungen sind laut Kraken nicht betroffen [5].
Als Nachweis für Krypto-Herkunft nennt Kraken unter anderem einen Auszug einer anderen Börse mit Name, E-Mail, Wallet-Adresse und Beständen, zusammen mit einem Dokument zur ursprünglichen Herkunft der Mittel [4]. Formale Anforderungen laut Kraken [4]:
| Anforderung | Laut Kraken |
|---|---|
| Dateiformate | .pdf, .png, .jpg, .jpeg, .doc, .docx |
| Sichtbar | voller Name, Aussteller, Auszugs- und Transaktionsdaten, Kontostand, Beträge |
| Alter | in der Regel nicht älter als 24 Monate, Ausnahmen möglich |
| Adresse | muss zum Kraken-Profil passen, kein Postfach |
| Kontostand | darf nicht 0 sein |
Checkliste
- Anfrage im Konto prüfen. Öffnen Sie die Website der Börse selbst, nicht über einen Link aus einer E-Mail. Bei Kraken erscheinen echte Anfragen immer nach dem Login im Konto [5].
- Frist notieren. Melden Sie sich vor Ablauf beim Support, wenn Sie mehr Zeit brauchen [5].
- Herkunft und Weg trennen. Belegen Sie, wie Sie das Geld verdient haben, und getrennt davon, wie es auf die Börse kam [4].
- Exporte aller beteiligten Börsen herunterladen, vollständig und mit Ihrem Namen.
- Transaktions-IDs sammeln für jede Bewegung zwischen Wallets und Börsen.
- Eigentum an Wallets belegen, zum Beispiel mit einer signierten Nachricht. Siehe Wallet-Eigentum nachweisen.
- Namen und Adressen abgleichen mit Ihrem Profil bei der Börse.
- Eine kurze Erläuterung beilegen, die die Anlagen in zeitlicher Reihenfolge erklärt.
Was Sie nie tun sollten
Kraken schreibt, man frage nie nach Passwort, 2FA-Codes oder Wiederherstellungsphrase und fordere Sie nie auf, Guthaben an eine andere Adresse zu senden [5]. Nachrichten, die das verlangen, stammen nach dieser Aussage nicht von Kraken. Geben Sie Ihre Seed-Phrase niemandem, auch nicht für einen Herkunftsnachweis.
Wenn danach Ihre Bank wegen der Auszahlung fragt, lesen Sie Herkunftsnachweis für Krypto-Gewinne bei der Bank.
So hilft Fundsheet
Fundsheet by Mintward erstellt aus öffentlichen Blockchain-Daten einen PDF-Auszug Ihrer Wallets mit jeder ein- und ausgehenden Transaktion, Datum, Menge, Wert zum Zeitpunkt und der Kennzeichnung bekannter Börsen-Wallets als Gegenseite. Ihre CSV-Exporte von Coinbase, Kraken, Binance oder Bitpanda können Sie ergänzen; sie werden nur im Browser verarbeitet und nie hochgeladen. Die Kontrolle über eine EVM-Adresse belegen Sie durch Signieren einer Textnachricht, die keine Transaktion autorisiert; für Bitcoin können Sie eine signierte Nachricht einfügen. Ob die Börse das PDF als Nachweis akzeptiert, entscheidet sie selbst. Kostenlose Vorschau erstellen.
Hinweis
Dieser Ratgeber ist keine Rechts- oder Steuerberatung. Fragen Sie Ihre Bank, welche Unterlagen sie akzeptiert; bei einer Kontoprüfung gilt dasselbe für Ihre Börse.
Quellen
- Auslegungs- und Anwendungshinweise zum GwG (Stand Juli 2025), Ziffer 1.3, BaFin
- Was gilt als Dokument für einen Mittelherkunfts- bzw. Vermögensnachweis?, Bitpanda Helpdesk
- Proof of source(s) of funds and wealth documents, Coinbase Help (eingesehen über die Archivkopie vom 30.01.2026)
- Why do we ask for Source of Wealth or Source of Funds Documents?, Kraken Support
- Responding to a request for additional information, Kraken Support
- § 10 GwG – Allgemeine Sorgfaltspflichten, Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de